Unser nächstes Ziel war Whangarei in Northland, 150km nördlich von Auckland gelegen. Eigentlich wollten wir morgens gegen 8 von Onehunga aufbrechen, nach einer späten Nacht bei Sumit sind wir dann aber doch erst gegen 11 losgekommen. Onehunga liegt aber sowieso direkt am Motorway 1 gen Norden, deshalb dachten wir, dass wir die Strecke schnell hinter uns bringen könnten… Unglücklicherweise meinte einer unserer Fahrer, uns 40km hinter Auckland nicht am Motorway, sondern irgendwo in der Wallapampa rausschmeißen zu müssen, weil dies angeblich eine sicherere Stelle zum Hitchhiken sei. Nachdem mehrere Autofahrer uns und unser Schild ausgelacht hatten, beschlossen wir, zurück zur Schnellstraße zu trampen und es dort weiter zu versuchen. Ein Highlight: Ein kleiner roter Mini im alten Stil, noch winziger als der gute alte Trabbi vom Opa. Da kamen Erinnerungen auf…
| Immer lächeln. |
5 Stunden und 8 Autos später kamen wir endlich in Whangarei an. Der Ort hat uns ehrlich gesagt nicht unbedingt vom Hocker gerissen. Whangarei ist eine moderne Industriestadt mit etlichen Fabriken und Firmen und befindet sich an einem großen buchtenreichen Hafen mit vielen Tankschiffen. Im Dunkeln erstrahlt eine 50 Jahre alte Erdölraffinierie, bei deren Anblick man das Gefühl hat, mal wieder in Hemmingstedt in Dithmarschen zu sein. :D Rund um das Townbasin im Zentrum gibt es einige nette Lokale und Cafés und man kann kleinere und größere Schiffe und Yachten bestaunen.
Alles in allem ist die Stadt aber recht langweilig. (-.-)' Bis zum Dienstschluss unseres neuen Hosts Ramon haben wir die Zeit deshalb ausgiebig genutzt, um auf einer Bank mitten in der Fußgängerzone zwischen McDonalds, skatenden Maorijungs, Klamottengeschäften und Banken unseren Müslivorrat zu plündern und ein kleines Nickerchen zu halten. Dann ging es mit Ramons Jeep entlang des Whangarei Harbour ca. 30km westlich in die Whangarei Heads, eine Hügelkette mit herrlichen kleinen und größeren Buchten. Hier wohnt Ramon in einem kleinen Holzhäuschen direkt am Strand. Als wir das Wohnzimmer betreten haben und durch die riesigen Fenster und die Terassentür auf‘s Meer schauen konnten, waren wir unglaublich überwältigt. Nach den hektischen Tagen in Auckland sollte dies ein wunderbarer Ort werden, um etwas runterzufahren und endlich „richtig“ in Neuseeland anzukommen!
| Blick auf die Mckenzie Bay vor Ramons Haus |
| Sonnenterasse |
Während der folgenden Tage haben wir es uns richtig gut gehen lassen. Ramon lebt ziemlich „old school“, ohne irgendwelchen Schnickschnack, Waschmaschine oder andere überflüssige elektrische Geräte. ;) Dafür konnten wir im Garten jeden Tag frischen Salat und Kräuter ernten und Erdbeeren futtern. So ziemlich jeden Abend haben wir von Ramons Kochkünsten, seinen leckeren Bier- und Weinvorräten profitiert und er hat uns sogar mit selbstgemachtem Schwarzbrot verwöhnt. Zwischenzeitlich verbrachten auch Leute aus Freiburg zwei Tage hier. Gemeinsam hieß es auch wieder backen, kochen, Musik hören und die Landschaft genießen.
| Spaziergang entlang der Mckenzie Bay... |
| ... im Hintergrund der Mount Manaia. |
| ... und leckeres Abendessen. |
| Mal wieder Zeit für ein Buch ... |
Was nun kommt, ist wohl aber keine Überraschung: Als wir oben am Gipfel ankamen, waren alle Strapazen, der Durst, die Lungenschmerzen und die zittrigen Knie vergessen (zumindest bis zu unserem Treffen mit dem Muskelkater am nächsten Tag).
| Geschafft! |
| ... und von unten sieht der Mount Manaia doch wieder recht friedlich aus. |
| Der Abstieg war um einiges leichter ... |
Gleich vorweg: Unser fishing trip war alles andere als ertragreich, dabei sind wir extra früh los gefahren, um die richtige Tide zu erwischen… Ramons Boot ist eigentlich nur ‘ne kleine Nussschale und für drei Menschen ziemlich eng. Aber lustig war’s trotzdem. Wir sind ja durch unsere zahlreichen Wildwasserbahnfahrten in Heidepark und Co. abenteuerliche Exkursionen gewohnt und so schnell haut uns im wahrsten Sinne des Wortes nichts aus der Bahn. Als Ramon uns fragte, ob wir Lust haben, zur Smuggler’s Bay hinüberzufahren, nachdem wir an 2 Stellen nichts gefangen hatten (“Ihr könntet nass werden“), haben wir deshalb auch nur herzlich gelacht.
Über die nächsten 20 Minuten gibt es leider keine Bildaufzeichnung. Wir waren krampfhaft damit beschäftigt, uns am Rand der Nussschale festzukrallen, um nicht über Bord zu gehen, und gegen die mannshohen Wellen anzukämpfen. Die Dusche am Morgen hätten wir uns prinzipiell sparen können und warum Ramon keine Waschmaschine braucht, wissen wir jetzt auch.
Resümee: Kein einziger Fisch an der Angel und 2 gerissene Angelschnüre, dafür waren wir klatschnass bis auf die Haut und Claudia etwas seekrank obendrein. Oh ja, Chris, wir gehen unglaublich gern fischen! xD
| Am Abend waren Chris und Ramon dann doch noch erfolgreich. Von wegen Anfängerglück... |
Wir hatten also wirklich wieder eine wunderschöne, chillige Woche hier, doch so langsam schwinden die Ersparnisse. Sobald unsere IRD-Nummer da ist, heißt es „Genug mit Urlaub – Äpfel, wir kommen!“
Wir hoffen, es geht euch gut und ihr friert euch noch nicht den Hintern ab! An dieser Stelle möchten wir auch gerne mal DANKE sagen für all eure lieben Mails, SMS und Gästebucheinträge! Auch wenn wir im Beantworten momentan echt mies sind, freuen wir uns über jedes Lebenszeichen von Übersee! Genießt die Vorweihnachtszeit!
Eure Claudia und Sani
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